Artikel-meinWegAutor: Michael Winkler

Seit 2003 beschäftige ich mich mit Chen Stil Taijiquan, da ich im Alter von 28 Jahren schon recht frühzeitig mit burn-out ähnlichen Symptomen zu tun hatte. Ich merkte sehr deutlich, dass ich einiges verändern muss, und meine Suche nach geeigneten Methoden führten mich in die Welt der asiatischen Kampf- und Heilkünste. Wie die allermeisten unter uns fing auch ich aus gesundheitlichen Gründen an, eine Kampfkunst zu trainieren.

Mir war wichtig, dass ich etwas hatte, was ich jederzeit und überall ohne spezielle Hilfsmittel ausüben konnte. Und es sollte “ganzheitlich” sein.
Da ein guter Freund von mir schon Kontakte zu recht authentischen Taijiquan Meistern des Chen Stils hatte musste ich nicht lange suchen und fing an, diesen recht ursprünglichen Stil zu üben. Zusätzlich beschäftigte ich mich mit Qigong (ganzheitlicher Energiearbeit aus China) und Meditation, und lernte die Behandlungsmethode Zen-Shiatsu.

Ein mühsames Puzzlespiel

Die folgenden 2 Jahre waren gezeichnet durch eine völlige Umorientierung hinsichtlich vieler Dinge in meinem Alltag, und im Laufe dieser Zeit lernte ich, viel besser auf meinen Körper zu hören, ja seine “Sprache” überhaupt erst wahrzunehmen, und so zunehmend ungesunde Begierden von den wahren Bedürfnissen zu unterscheiden. Mit etwas Disziplin gelang es mir dann nach und nach, unheilvollen Gelüsten zunehmend zu widerstehen.
Im Laufe der Zeit drehte sich dann etwas um: anstatt ungute Dinge mit Disziplin vermeiden zu müssen fing etwas anderes an, mich anzuziehen. Ein neues Ziel, das Ziel wieder im Einklang mit der eigenen Natur, mit mir selbst und den naturgegebenen kosmischen Gesetzmäßigkeiten zu kommen. Das in allen religiös-spirituellen Traditionen bekannte Ideal der Enthaltsamkeit oder Entsagung bekam langsam eine ganz Bedeutung für mich … das alles hatte auf einmal sehr viel mit Freiheit zu tun!

Diese ersten beiden Jahre meines Trainings waren nicht einfach, v.a. was die Suche nach einer guten Methode angeht. Ich hatte verschiedene Lehrer gleichzeitig, was grundsätzlich bei der Beschäftigung mit solchen Disziplinen eher abzuraten ist. Es war ein großes Puzzlespiel, und jeder dieser Lehrer hatte andere Teile in seinem Repertoire, keiner schien das komplette Bild zu haben …
Lange Zeit war mir dabei sehr unwohl, bis ich schließlich mit der Situation Frieden geschlossen hatte. Immerhin schienen die Puzzle-Teile gut zusammen zu passen, ich sollte mich wohl glücklich schätzen …

Kontakt zu Meister Chen Zhonghua und  “Chen Taijiquan Practical Method”

Und dann passierte es, dass ich 2010 Meister Chen Zhonghua und “Chen Style Taijiquan Practical Method” kennenlernte.
Mein erstes Vollzeittraining auf Daqingshan, Shandong Provinz in China 2010 war das Ende meiner mühsamen Suche nach allen Puzzle-Teilen.
Nach 6 Wochen intensivem Vollzeit-Training auf dem Berg war klar: “Practical Method” ist ein in sich geschlossenes und vollständiges System. Ich musste die Teile nicht mehr zusammensuchen, sie wurden einem komplett übergeben. Nur zusammensetzen muss man sie natürlich selbst..

“Practial Method” klingt recht modern, doch ist es eine sehr traditionelle Schule. Es gibt ein technisch sehr klar dargelegtes Regelwerk, was kaum Raum lässt für persönliche Interpretationen. Dies ist von großem Wert, wenn man ein System von Generation zu Generation erhalten möchte.
Taijiquan geht sehr tief, es vollständig zu verwirklichen schaffen nur sehr wenige. Dies liegt in der Natur der Kunst. Wenn wir also anfangen, eigene Veränderungen einzubauen, bevor wir das Tradierte verwirklicht haben, wird die Kunst nicht dazugewinnt, sondern etwas verlieren.

Es ist erklärtes Ziel von unserer Schule, die Inhalte so gut wie möglich zu erhalten. Deshalb vermeiden wir persönliche Interpretationen wo immer es geht. Diese führen meist ohnehin mehr in den Bereich des persönlichen Wellness, in die eigene Komfort-Zone. Und das ist der sicherste Weg, ein tolles Werkzeug für Transformation nicht zu verwirklichen, sondern zu verlieren.

Mein Hauptanliegen mit dieser 2016 völlig neu aufgesetzten Webseite wird sein, möglichst viele Hauptaspekte unserer Methode in Theorie und Wirkungsweise darzulegen. Da wird viel gute Information von grundsätzlichem Nutzen dabei sein, doch das A und O bei Übungswegen wie unserem ist und bleibt die konkrete Praxis.

Hierfür wünsche ich nun gute Inspiration auf dieser Webseite!

Liebe Grüße und auf bald,
Euer Micha

Mein Weg zu den Kampf- und Heilkünsten
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